© Julia Ebertz

Durch das Rannoch Moor in Schottland

26.05.2026

Früh im Mai starteten wir nach Schottland für unser diesjähriges Trekking. Nicht nur, dass der Mai als der regenärmste Monat gilt, auch die berüchtigten schottischen Mücken sind hier meist noch nicht aktiv. Der Preis für eine so frühe Tour sind natürlich noch niedrige Temperaturen. Besonders nachts kann es richtig kalt werden.

Wir begannen unsere Tour in Fort William am Fuße des Ben Nevis, dem höchsten Berg im Vereinigten Königreich. Durch das Glen Nevis (>> Glen = Tal) ging es hinauf zum Steall Wasserfall, den auch zahlreiche Tageswanderer besuchen. Wir gingen jedoch weiter und waren ab dann für einige Tage fast alleine unterwegs. Erst ging es durch mehrere Täler jeweils zunächst an einem Bach hinauf bis zur Wasserscheide, dann auf der anderen Seite an einen anderen Bach wieder hinunter. Hier galt es oft weglose Passagen zu bewältigen. Bei Loch Treig erreichten wir dann das Rannoch Moor, das wir auf guten Pfaden durchquerten, bis wir nach einigen Tagen bei Kingshouse im Glen Coe wieder auf die Zivilisation trafen. Hier schwenkten wir auf den beliebten West Highland Way ein, um zur Bahnstation in Fort William zu gelangen. Der Kontrast hätte kaum größer sein könne. Nach Tagen der Einsamkeit waren wir nun umgeben von Hunderten von Wanderern. Die meisten von ihnen nutzten Gepäcktransportservices wanderten also nur mit leichtem Tagesgepäck, während wir unsere schweren Rucksäcke mit Zelt, Schlafsack, Kocher und Verpflegung schleppten. Das hatte mit Wildnis wenig zu tun, daher waren wir froh, nur zwei Etappen mit der großen Horde laufen zu müssen. In Fort William angekommen, gönnten wir uns an der Imbissbude auf dem Campingplatz erst einmal Fish und Chips bzw. Burger, eine willkommene Abwechslung nach mehreren Tagen mit Trekkingmahlzeiten. Nach einer letzten sehr kalten Nacht – unsere Zelte waren am Morgen mit Reif bedeckt – ging es dann mit der Bahn nach Glasgow und am nächsten Tag zurück in die Heimat.

Wir hatten eine tolle Zeit in Schottland und auch das Wetter hatte mitgespielt. Tagsüber fiel sehr selten Regen, nur nachts gab es heftigere Schauer, die unsere Zelte auf die Probe stellten. Klar für uns ist aber auch, vom überlaufenen West Highland Way werden wir uns in Zukunft fernhalten.

Text: Peter Mandler
Fotos: Julia Ebertz

Foto 1: Die Gruppe auf der letzten Etappe kurz vor Fort William
Foto 2: Das Ben Nevis Massiv, die höchste Erhebung im Vereinigten Königreich