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Tourenbericht „Leichte Skitouren mit Nachtskitour“

02.03.2026

Vom 06.02. - 08.02.2026 fand die durch Sabine Göttlicher geplante „Leichte Ski-Tour mit Nachtskitour“ statt. Vier Teilnehmende waren gemeldet. Leider konnte Sabine selber nicht führen, so dass die Sektion kurzfristig einen Ersatz-Guide organisieren musste.

Die Gruppe traf sich am Freitag gegen 16 Uhr in der Unterkunft in Blaichach bei Sonthofen. Leider regnete es leicht, dennoch war die Gruppe entschlossen die an diesem Abend beabsichtigte Nachtskitour anzugehen, insbesondere das Regenradar gelobte Verbesserung.

Der ursprünglich für diese Tour geplante Grünten schied allerdings aufgrund der ohnehin nicht optimalen Schneebedingungen aus. Es sollte eine nicht allzu lange, gleichwohl einigermaßen schneesichere Tour sein. so entschied Gernot kurzerhand im Einvernehmen mit der Gruppe das gleich ums Eck liegenden Ofterschwanger Skigebiet anzufahren. Nach ca. 15 Minuten Autofahrt dort angekommen, angefellt, Stirnlampen auf, kurzer LVS-Check und ab ging es entlang des Pistenrandes. In der Ferne links hoch droben der Weltcup-Abfahrtpiste erhellten Lichter einer Schneeraupe, so schlugen wir rechterhand die ohnehin leichtere blaue Piste ein. Nach ca. 20 Gehzeit kam uns – wie sollte es anders sein – die vorher erblickte (oder eine andere) Schneeraupe entgegen. Erst einmal, dann zweimal, die Piste war eigentlich fertig, dann nochmal. Der sehr freundliche Ofterschwanger Pistenpräparierer wies uns mit wohlerzogenen Worten darauf hin, dass es in Anbetracht der sich verschlechternden Wetterverhältnisse eine nicht so gute Idee sei noch weiter aufzusteigen. Recht hatte er, denn der Regen nahm entgegen der Vorhersage deutlich zu. Am Rande sei erwähnt, dass es im Alpinsport natürlich immer besser ist Gefahrensituationen bereits möglichst weitläufig zu meiden. Also entschlossen wir uns kurzerhand die hart erkämpften 200 Aufstiegsmeter Meter wieder abzufahren. Also abfellen und ab ging s, unsere erste Genussfahrt. So verbrachten wir den Rest des Abends in unserer urgemütlichen Wohnung. Wir kochten Spagetti, Chefkoch Jörn zauberte dazu eine Soße die es echt in sich hatte! Super lecker.

Tag 2: Samstag 07.02.2026: Wir fuhren zum Wannenkopf. Schließlich wollten wir einen Berg ohne Pistenpräparierungen wagen. Letztendlich doch keine gute Idee, vielleicht wäre eine längere Autofahrt ins Kleinwalstertal die bessere Wahl gewesen. Aber eins nach dem anderen. Wir peilten den Parkplatz in Obermeiselstein, gleich hinter dem Tunnel. Dort angekommen fellten wir auf und gingen ca. 300 Meter bis zum ausgeschriebenen Einstiegspunkt. Ein Blick nach links, einer nach rechts, es sah nicht  wirklich gut aus. In solchen Fällen lässt man sich oft von Gefühlen treiben, also immer dem Schnee hinterher, dann wieder ein Stück Fußmarsch nach unten und dem Schild Richtung Wannenkopf hinterher. Allerdings war dies eher ein klassischer Ski-Wanderweg, einige Male Ski ab und wieder an, bis wir endlich nach ca. 20 Minuten die offensichtlich richtige Skiroute erreichten. Nach weiteren 5 Minuten erreichten wir den „Skihang“, allerdings viel Harschschnee. Hier war schon klar, dass bei der Abfahrt nicht wirklich viel Freude aufkommen würde. Wir folgten den Skispuren, bis wir nach ca. 45 Minuten an einem Waldrand ankamen und erkannten, dass es keinen Sinn machte, noch weiterzugehen. Es war noch relativ früh am Tag und so musste eine Ersatzlösung her. Flo schlug vor das nah gelegene Skigebiet Bolsterlang anzufahren. Dieses Gebiet ist ihm und seiner Kiki wohl vertraut, da deren Kinder dort das Skifahren erlernten. Kurzerhand entschlossen fellten wir ab und kämpften uns ins Tal zurück. Während der Abfahrt erkannten wir, dass auch der Aufstieg zum Wannenkopf auf dem Forstweg nicht schön gewesen wäre, mehrfach Ski ab und wieder an hätte keine Freude bereitet. Nach 10 Minuten erreichten wir das Skigebiet Bolsterlang. Gut präparierte Piste! Flo ´s Vorschlag sollte sich als super erweisen. Entlang des Pistenrandes schafften wir es bis hinauf zur Gaststätte an der Mittelstation. Dort genossen wir Strudel und Cappuccino. Klaus, der im Aufstieg die Kick-Kehren-Technik übte und immer besser beherrschte, war sehr glücklich. Die Pistenabfahrt war bereitete Freude, zwar etwas aufgewühlter Schnee und  teils eisig, aber letztendlich ok. Am Abend kehrten wir im zu empfehlenden „Wirtshaus zum Dorfwirt“ ein. Schlussendlich ein gelungener Tag, mit Höhen und Tiefen, aber nennenswerte Blessuren, obgleich Kiki mit ein paar Blasen zu kämpfen hatte.

Sonntag 08.02.2026: Die Erfahrung vom Vortrag bezüglich negativer Schneeverhältnisse außerhalb von Pisten veranlasste uns erneut das Skigebiet Ofterschwang anzusteuern. Diesmal starteten wir jedoch in Gunzesried, der nördlichen Seite des Ofterschwanger Horns. Ein sonniger und erfolgreicher Tag stand uns bevor. Zunächst flach entlang der Piste bis zum Berggasthof „Alte Blässe“. Dort überquerten wir zackig die stark befahrene Piste in Richtung des Waldes, ab hier waren wir unter uns. Der Weg war einfach zu begehen und gut beschneit. Wir folgten den Kehren, einmal links und später einmal rechts und nach einer guten Stunde erreichten wir die Mittelstation der Ossi-Reichert-Bahn. Sonne pur, viele glückliche Menschen auf der Piste. Immer weiter Richtung des Horns im sicheren Abstand entlang des Pistenrandes. Uns war klar, dass wir an diesem Tag unser Ziel erreichen würden. Nichts, aber auch rein gar nichts stand dem entgegen. Nach einer weiteren Stunde erreichten wir die Endstation der Bergbahn „Weltcup-Express“, wir erblickten den Gipfel in weiter Ferne und waren entsprechend hochmotiviert den Aufstieg entlang einer sehr leichten Route fortzusetzen. Es sollten noch 30 Minuten vergehen bis wir das Horn erreichten. Jörn nahm kurzerhand entschlossen eine sich anbietende Aufstiegshilfe in Anspruch, wodurch er mindestens eine Minute einsparte. Wir erreichten den Gipfel, Sonne pur, atemberaubender Blick bis hin nach Oberstdorf. Wir hatten uns eine ausgiebige Pause verdient. Nach weiteren 45 Minuten fellten wir ab, schnallten unsere Skischuhe fest und klickten uns in den Pistenmodus. Flo vorne weg mit genialen Schwüngen, Klaus dicht gefolgt, dann Jörn und Kiki, die immer sicherer wurde, hinterher und schlussendlich Gernot. An der Talstation angekommen kehrten wir noch ein. Den abschließenden Genuss bei Cappuccino, Schorle und Kaiserschmarrn wollten wir uns nicht entgehen lassen. Dann kam die Stunde des Abschieds. Herzliche Umarmung in der Hoffnung eines Wiedersehens. Eine tolle Truppe. Dank an Kiki, Flo, Klaus und Jörn.

Euer Guide Gernot