© Lothar Eitz

Wanderungen rund um Oberstdorf

18.06.2026

Die Wandergruppe des DAV Sektion Wetzlar verbrachte vom 07.06.-14.06.2026 erlebnisreiche Wandertage unter Führung von Wanderleiter Lothar Eitz rund um Oberstdorf. Die Gruppe war in einem netten Gästehaus direkt in Oberstdorf untergebracht und nutzte für ihre zum Teil anspruchsvollen Tageswanderungen, wenn nötig stets den öffentlichen Nahverkehr. Durch die vorhergesagte Wetteränderung ab Dienstag, den 09.06.2026, wurde das geplante Wanderprogramm ordentlich durcheinander gewirbelt. Am Montag brachte die Kanzelwandbahn in Riezlern die Gruppe rasch auf 1967m. Die Sicht von der Gipfelterrasse der Kanzelwandbahn- Bergstation reichte vom Alpenvorland, auf den Allgäuer Alpenhauptkamm, bis zu den hohen Bergen im Kleinwalsertal. Der weitere Bergweg führte die Teilnehmer*innen über den Fellhorn-Erlebnisweg, bis hinunter zur Fellhornbahn-Mittelstation. Die Fellhornbahn brachte die Wandergruppe hinunter ins Stillachtal. Ein guter Talweg, führte durch dichten Bergwald, am Freibergsee vorbei, zurück nach Oberstdorf. 

Der Dienstag brachte eine Kaltfront mit viel Regen und einen Temperatursturz von über 10 Grad. Die Teilnehmer der Wanderwoche blieben davon aber unbeeindruckt, die Gruppe beschloss ins Oytal bis zur Käseralpe zu wandern. Die Wanderung verlief über den Kühberg auf gutem Weg immer leicht ansteigend hinein ins Oytal. Die eindrucksvolle Tallandschaft, insbesondere die Seewände im Bereich des Oytalhauses sind großartig anzusehen. Vom Oytalhaus erreichte die Gruppe in einem weiten Talboden die Gutenalpe und von dort ansteigend den malerischen Stuibenwasserfall. Nach einer letzten Steilstufe erreichte die Wandergruppe in einem weiten Bogen die Käseralpe auf 1401m. Nach einer längeren Pause verlief der Rückweg ohne Probleme zurück nach Oberstdorf. 
Für den Mittwoch waren ganztägig weitere Regenfälle angesagt. Also wurde das Wanderprogramm kurzfristig geändert. Den Vormittag nutzte die Gruppe dazu, die Kultur und die Geschichte von Oberstdorf näher kennenzulernen. Neben dem Besuch des Heimatmuseums, zweier Kirchen und des Oberstdorfhauses unternahm die Wandergruppe einen kleinen Spaziergang rund um Oberstdorf. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. 
Der Wettergott hatte am Donnerstag ein Einsehen und so blieb der Tag zwar stark bewölkt aber ohne Niederschlag. Die schöne Talwanderung zum Illerursprung, der weitere Anstieg zur Gaisalpe und zurück über den Wallrafweg (Gaisalpweg) startete direkt vor unserem Gästehaus. Der beschauliche Wanderweg zum Illerursprung verläuft das erst Stück direkt an der Trettach entlang. Die Blicke schweifen über die grünen Wiesen bis zur Hörnergruppe im Westen und zu den Sonnenköpfen und dem Rubihorn im Osten. Am Illerursprung vereinigen sich die drei Bergflüsse, die Trettach, die Stillach und die Breitach zur Iller. Der weitere Weg führte die Wandergruppe nun auf dem Illerdamm bis zur Ortschaft Rubi und von dort leicht ansteigend bis nach Reichenbach. Die Sicht reicht von Reichenbach, über Oberstdorf, den Alpenhauptkamm, bis ins Kleinwalsertal. Am Ortsende von Reichenbach leicht ansteigend, immer dem Gaisalpbach entlang, an der Gaisalpkapelle vorbei erreichte die Gruppe die Gaisalpe. Nach einer Einkehr in dem Alpen Gasthof Gaisalpe ging es auf dem Wallrafweg zurück nach Oberstdorf. 
Der Freitag hatte wieder viel Regen für die Teilnehmer*innen im Gepäck. Die heutige Wanderung führte die Gruppe über Riezlern durch die Breitachklamm. Start dieser abwechslungsreichen Tour war die Talstation der Söllereckbahn. Die neue Söllereck-Kabinenbahn brachte die Wanderer*innen auf 1360 Höhenmeter. Vom Berghaus Schönblick verläuft der sogenannte Wanderweg „Bergschaublick“ über die Landesgrenze nach Österreich, bis hinunter nach Riezlern. Die Sicht und die Temperatur waren leider mäßig und so war die Wandergruppe froh, sich in einem Café in Riezlern aufwärmen zu können. Nach dieser kurzen Pause bei Kaffee, Tee und Kuchen ging es abenteuerlich auf einer Stahlhängebrücke über die Breitach auf die andere Talseite ins Schwarzwassertal. Auf einem wildromantischen Wanderpfad folgte man dem Schwarzwasserbach bis zur Mündung in die Breitach. Die Durchquerung der Breitachklamm über den Zwingsteg hinunter zum Taleinstieg Bergschauhaus bei Tiefenbach ist atemberaubend! Mit dem Bus ging es zurück nach Oberstdorf. Die Teilnehmer*innen sprachen noch lange über diese sehr schöne Wanderung! 
Für den letzten Wandertag am Samstag, mit angekündigten Sonnenschein und bis zu 24 Grad, hatte Wanderleiter Lothar Eitz nochmal eine besondere Wandertour geplant: Ins Trettachtal bis Spielmannsau!. Von Oberstdorf gelangt man auf verschiedenen Wegen, in das vom öffentlichen Verkehr gesperrte Tal der Trettach. Die Wandergruppe wählte den Weg über Gruben, Dietersberg, Gottenried und durch den Wald bis nach Spielmannsau. Da das Tal schnurgerade von Norden nach Süden verläuft, bleibt die Sicht auf die großen Felsberge wie dem Kratzer 2428m und der Trettachspitze 2595m stets frei. Zudem verläuft durch das Trettachtal der berühmte Weitwanderweg E5 von Oberstdorf nach Meran. In Spielmannsau konnte die Gruppe in einem Biergarten die herrliche Natur genießen. Der Rückweg erfolge über den Christlessee, dem Moorweiher zurück nach Oberstdorf. 
Am Sonntag, den 14.06.2026, traten 14 Wanderer*innen der Sektion Wetzlar des Deutschen Alpenverein, tief beeindruckt von der Natur rund um Oberstdorf ihre Heimreise nach Wetzlar an. 

Test und Bilder: Lothar Eitz